Montag, 19. August 2013

Bundesrat will Junge für Lehre in die Schweiz holen

In der Schweiz gibt es zu wenig Lehrlinge, in vielen Ländern eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Der Bund prüft nun, ob südeuropäische Jugendliche hier ausgebildet werden könnten.
Ein neues Projekt aus dem Staatsekretariat für Bildung und Forschung (SBFI) schlägt hohe Wellen: Arbeitslose Jugendliche aus südeuropäischen Ländern könnten schon bald in der Schweiz eine Berufslehre absolvieren. Ein Sprecher von Bundesrat Johann Schneider-Ammann bestätigt gegenüber Radio SRF, dass das Departement eine entsprechende Arbeitsgruppe eingesetzt hat.

Wirtschaft mit Vorbehalten

Das Projekt müsse die wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten der Herkunftsländer berücksichtigen und von den Kantonen und Wirtschaftspartnern vollumfänglich mitgetragen werden, schreibt der Bundesrat. Zudem müsse abgeklärt werden, inwiefern sich die EU daran beteilige.

Bei Wirtschaftsvertretern stösst der Vorschlag auf gemischte Reaktionen: Laut dem Schweizerischen Gewerbeverbands macht die Ausbildung von ausländischen Jugendlichen in der Schweiz nur dann Sinn, wenn sie dann auch in den Schweizer Arbeitsmarkt integriert werden können, wie Direktor Hans-Ulrich Bigler gegenüber SRF sagte. Jörg Teusch, Zentralpräsident des Dachverbands Berufsbildung Schweiz, begrüsst auf Tages-Anzeiger.ch/Newsnet hingegen den bundesrätlichen Vorschlag: «Jugendliche aus Europa erhalten eine Chance, gleichzeitig kann dadurch der Schweizer Lehrstellenmarkt beruhigt werden.»