Erwachsene klagen gerne, Lehrlinge seien weniger tüchtig als früher. Ich habe da aber ein ganz anderes Bild und versuche die Probleme der Jugendlichen in der heutigen Gesellschaft zu verstehen. Deshalb habe ich diesen Blog erstellt und möchte mit meinen Beiträgen euere Meinung zu diesem Thema "Ausbildung von Jugendlichen" teilen.
Freitag, 28. März 2014
Donnerstag, 27. März 2014
Ausbildung für alle: ein Muss
Überlegungen zur beruflichen Erstausbildung
Zu den wichtigen Entscheidungen im Leben gehört die Berufswahl. Heute sind Jugendliche mehr denn je mit drei grundsätzlichen Fragen konfrontiert: Welche Berufsrichtung passt zu mir? Welche Ausbildung eröffnet mir einen vertrauenswürdigen Weg in die Zukunft? In welchem Berufsfeld finde ich eine Lehrstelle? Durch diese Fragen werden nicht nur die Jugendlichen herausgefordert und manchmal auch überfordert. Ebenso erfahren Eltern und Angehörige, Lehrkräfte, Ausbildungsbetriebe und Berufsberater den Druck, der auf den Jugendlichen lastet. Auch Wirtschaft und Politik müssen in der Ausbildungsfrage Farbe bekennen. Von ihren Entscheidungen hängt es ab, mit welcher Realität Jugendliche bei der Berufswahl und in der Ausbildung konfrontiert werden. Es wird heute immer deutlicher: Wer über keine Ausbildung verfügt, hat kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Ohne Ausbildung keine Aussichten
Personen ohne abgeschlossene Ausbildung sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit, Aussteuerung und Löhnen unter dem Existenzminimum betroffen. Diese Entwicklung wird in den nächsten Jahren noch verstärkt, da es immer weniger gute Stellen für unausgebildete und wenig qualifizierte Personen geben wird.
Zwei unterschiedliche Ausbildungswege
Für Jugendliche stehen grundsätzlich zwei Ausbildungswege offen: der allgemein bildende Weg über das Gymnasium und der berufsbezogene Weg über die duale Lehre (Ausbildung in Schule und Betrieb). Rund zwei Drittel der Jugendlichen wählen den zweiten Weg. Damit hat die Schweiz europaweit den höchsten Anteil an Jugendlichen, die sich über eine Berufslehre auf das Erwerbsleben vorbereiten. Allerdings bestehen grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen.
Wirtschaftliche Faktoren beeinflussen den Lehrstellenmarkt
Im dualen System sind es die Betriebe, welche die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und die Lehrverträge abschliessen. Sie entscheiden darüber, ob, wie viele und welche Jugendliche eine Lehrstelle erhalten. Die Anstellung erfolgt dabei weitgehend nach betriebswirtschaftlichen Überlegungen. Die zentrale Frage lautet häufig: «Rentiert ein Lehrling?» statt «Befähigt die Ausbildung zum Erwerbsleben?» Der Lehrstellenmarkt reagiert damit mehr auf aktuelle wirtschaftliche Faktoren als auf die Zukunftsfragen der Jugendlichen. So wächst das Lehrstellenangebot bei positiver wirtschaftlicher Erwartung, nimmt aber ab, wenn die Aussichten getrübt sind. Ebenso können Ausbildungsreglemente das Lehrstellenangebot beeinflussen. Haben die Betriebe das Gefühl, ein Reglement verlange von ihnen ein zu grosses Engagement und mache eine Ausbildung unrentabel, so ziehen sie sich aus der Lehrlingsausbildung zurück. Branchenverbände halten teilweise an Ausbildungswegen mit wenig echten Zukunftsaussichten fest.
Familie:
Unterstützung und Begleitung Gerade in der Phase des Übergangs von der Kindheit ins Erwachsenleben brauchen junge Menschen ein familiäres Beziehungsnetz, auf das sie sich wirklich verlassen können, das sie in ihren Entscheidungen kritisch unterstützt und in schwierigen Phasen solidarisch begleitet.
Die Frage stellt sich allerdings: wer unterstützt die Eltern bei ihrer schwierigen Aufgabe?
Auszubildende:
Selbstverantwortung übernehmen Eine Ausbildung kann nur ihr Ziel erreichen, wenn ein junger Mensch letztlich bereit ist, sich zu engagieren. Er braucht den Willen, Schritt für Schritt Selbstverantwortung zu übernehmen.
Das Wohl aller im Auge behalten
Das Gemeinwohlprinzip hält dazu an, das Wohl der Andern bzw. aller im Auge zu behalten. Die Erfüllung dieses Prinzips ist anspruchsvoll, da unter den Menschen Unterschiede bestehen was Begabungen, Fähigkeiten und Ausgangssituationen betrifft. Nicht alle können alles gleich gut. Es gibt Stärkere und Schwächere, Begabte und weniger Begabte. Im Umgang mit den Unterschieden mahnt das Gemeinwohlprinzip dass nicht einige übermässige Vorteile auf Kosten anderer oder weniger erhalten, bzw. einige übermässig benachteiligt werden. Es stellt sich die Frage: Wie kann und soll im Bildungswesen mit den Unterschieden umgegangen werden?
Schulschwächere Jugendliche fördern statt separieren
Unser Schulsystem schiebt schulschwächere Jugendliche durch die Dreiteilung der Orientierungsstufe in das unterste Anspruchsniveau ab. Sowohl pädagogisch wie ökonomisch macht dies keinen Sinn. Oft ist es Ausdruck einer Diskriminierung, die den Menschenrechten und der Würde der Betroffenen widerspricht. Die Auszubildenden des untersten Anspruchsniveaus müssen näm lich die vorenthaltene Bildung nachholen, um überhaupt eine Chance auf dem Lehrstellenmarkt zu haben. Sinnvoller ist ein integratives Schulmodell, in dem Schulschwächere systematisch von Unterstützungsmassnahmen profitieren können. Gleichzeitig muss aber vermieden werden, dass damit das Niveau und die Lernziele reduziert werden.
Leistungsstarke Jugendliche für die duale Berufsbildung erhalten und gewinnen
Die duale Bildung hat nur dann eine Zukunft, wenn auch leistungsstarke Jugendliche für die Lehre gewonnen werden können und diese nicht alle ins Gymnasium drängen.
Fazit:
Ausbildung tut für alle not, um im heutigen Arbeitmarkt bestehen zu können. Aber sowohl der Wettbewerbsdruck auf die Betriebe, die erhöhten Erwartungen an die Jugendlichen wie auch die finanziellen Engpässe des Staates schmälern die Chancen der Jugendlichen auf eine Ausbildung. Für zu viele Jugendliche beginnt daher der Eintritt in die Berufswelt mit der Erfahrung, dass man sie nicht braucht.
Mittwoch, 19. März 2014
Macht Teamarbeit faul und unglücklich?
Im Team werden deutlich geringere Leistungen als bei Einzelarbeit erzielt, zeigen Experimente. Trotzdem ist Teamarbeit die Königsdisziplin der Soft-Skills. Zu Recht?
Jeder kennt die Situation: Man sitzt im Restaurant, möchte gerne bestellen und wird einfach nicht bedient – obwohl diverse Servicekräfte offenbar unbeschäftigt hinter dem Tresen stehen. In diesem Team fühlt sich offensichtlich niemand für den neuen Gast zuständig.
Teamarbeit macht faul und unglücklich, sagt Volker Kitz, freier Buchautor, gegenüber Spiegel online. Experimente hätten gezeigt, dass die Leistung von Probanden nachlasse, sobald man sich in Gesellschaft eines Teams glaube. Die Probanden mussten mit verbundenen Augen Seil ziehen. Einmal, so wurde ihnen gesagt, allein und ein zweites Mal in einer Gruppe. Das Ergebnis war markant: Glaubten die Probanden, im Team zu ziehen, war ihre Leistung viel schwächer. Damit wurde auch die frühere These ausgehebelt, dass schwächere Leistungen bei Teamarbeit vor allem ein Koordinations- und nicht ein Motivationsproblem seien.
Im Team muss man sich weniger anstrengen, könnte man daraus folgern. Glücklich macht dieses als «soziales Faulenzen» bekannte Phänomen aber laut Kitz ebenfalls nicht. In der Teamarbeit fehle die Wertschätzung der individuellen Arbeit. Und Lorbeeren für gute Leistung verteilten sich möglicherweise ungerecht auf alle Teammitglieder. Das zerstöre die Motivation und führe dazu, dass Teammitglieder sich schlechter auf eine Teamarbeit vorbereiten als auf eine individuelle Aufgabe.
Team = Toll, ein anderer machts
Deshalb rät Kitz: Wer sich als Arbeitnehmer selber vor der «sozialen Faulheit» schützen möchte, soll sich eigene Aufgaben innerhalb der Teamarbeit suchen – und darauf bestehen, dass diese auch separat bewertet werden.
Wenn in einem Team alle das Gleiche machen, leidet die Einzelleistung. Diese Einschätzung teilt auch Bruno Staffelbach, Professor für Human Resource Management an der Universität Zürich. Teamarbeit funktioniere dann nach dem Motto «Team: Toll, ein anderer machts!» Das trifft fürs Seilziehen ebenso zu wie zum Beispiel fürs Rudern im Achterboot oder für eine Putz-Brigade im Hausdienst.
Nische für Trittbrettfahrer
Trotz dieser ernüchternden Erkenntnis müsse man die Teamarbeit aber nicht gleich verteufeln. Sie könne durchaus gewinnbringend sein. Wichtig sei, dass sich die Aufgaben und Qualifikationen der Teammitglieder unterscheiden. Staffelbach erklärt: «Vergleichen Sie es mit der Boxenmannschaft bei der Formel 1.» Wenn in einem Team jeder Spezialist und für einen Teilbereich alleine verantwortlich sei, könne die soziale Kontrolle durch das Team sogar leistungsfördernd wirken.
Auch Theo Wehner, Professor für Arbeitspsychologie an der ETH Zürich, möchte die Teamarbeit nicht als leistungshemmend abtun: «Natürlich bietet die Teamarbeit Nischen für Trittbrettfahrer. Es ist aber ein Mythos, dass sich diese Leute in Einzelarbeit markant mehr anstrengen würden.» Er räumt aber ein: Die Teamarbeit bewegt sich in einem Spannungsfeld von einer völlig individualisierten Gesellschaft und einer Arbeitwelt, die vorwiegend auf Kooperation setzt. Hier müssen Arbeitsgeber bei Teamaufträgen die Balance finden.
Unternehmen setzen auf Teamarbeit
Bei den meisten Unternehmen ist man vom Nutzen der Teamarbeit nach wie vor überzeugt. Bei der Post hiess es auf Anfrage: «Wir setzen auf Teamarbeit. Zum Beispiel beim Wissenstransfer zwischen Mitarbeitern ist gute Teamarbeit unabdingbar.» Und auch die Migros kann die Kritik an der Teamarbeit nicht aus eigener Erfahrung bestätigen und ergänzt: «Natürlich muss ein Team gut geführt werden und jeder Mitarbeiter bekommt eigene Aufgaben.»
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