Dienstag, 11. Juni 2013

Sport, Schule, Sex: Ab 14 herrscht Leistungsdruck

Die Zwänge der Leistungsgesellschaft kommen bereits mit der Pubertät. Besonders Mädchen, aber auch Jungen, stehen in einem ständigen, scharfen Wettbewerb.Die Belastung kommt von ganz verschiedenen Seiten. Es ist der Druck, ins Gymnasium zu wollen, über den Anspruch, sexuell aktiv sein zu müssen, bis hin zum Zwang vom perfekten Aussehen.


Viele Jugendliche versuchten, all diesen Ansprüchen gerecht zu werden und sie unter Kontrolle zu bringen. Doch nicht selten endet dies in einem psychischen Fiasko.Sie zerbrechen an den steigenden Anforderungen der Gesellschaft und erleiden in der Folge einen Nervenzusammenbruch.

All das kann sich in Form von Schrei- und Heulkrämpfen, aber auch depressiven und gar suizidalen Gedanken zeigen. Ein Problem, mit welchem ich in letzter Zeit immer häufiger konfrontiert wurde, hauptsächlich in Sport und Ausbildung. Ich beobachte seit einiger Zeit die Entwicklung der heutige Jugend und stelle leider eine stete Zunahme solcher Vorfälle fest. Es gibt Jugendliche, die deswegen gar therapiert werden müssen.

Ausgesuchte Kommentare

Depressionen

Ich bin 18 jahre alt und nehme bereits Antidepressiva. Trotzdem weine ich oft und frage mich, wie ich die nächsten Jahre überleben soll. Der Druck ist mir viel zu gross, ich denke manchmal, ich schaffe es nicht. Zum Glück ist mir mein Glaube ein Anker, sonst würde es mir wohl noch schlimmer ergehen.

Selbstbewusstsein

Viele Eltern leben durch ihre Kinder das Leben, das sie so nicht hatten. Sie erkennen zwar, dass die Härte in der Gesellschaft zugenommen hat und wollen nur, dass ihre Kinder dem Druck in der Arbeitswelt standhalten. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Sie wollen durch den Erfolg ihrer Kinder, selber als erfogreich wahrgenommen werden. Denn wenn Kinder erfolgreich sein, ist das der Erziehung ihrer Eltern zuzuschreiben. In vielen Fällen ein absoluter Trugschluss. In Wahrheit ist es das mangelnde Selbstvertrauen der Eltern, was sie nach Anerkennung lächzen lassen

Television

Das ganze bringt der TV die jungen Leute leben ein völlig unnatürliches Leben!Sie haben unrealistische Vorbilder die ihnen den Kopf verdrehen.Das Fernsehen hat die Natürlichkeit des Mensche völlig zerstört,sie haben die Übersicht verloren und glauben an alles was ihnen da über das Aussehen,Sex,und Erfolg erzählt und vorgetragen wird.Dabei sind es alles Lügen unreal das mit dem wirkliche Leben nichts zu tun hat!!

Familie

Wir haben grössere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen, mehr Experten, aber grössere Probleme. Wir rauchen und trinken zu viel, lachen wenig, fahren zu schnell, regen uns unnötig auf, sehen zu lange fern, stehen zu müde auf, lesen wenig, denken selten vor, halten keine Zwiesprache mehr. Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Welt reduziert. Wir wissen, wie man Lebensunterhalt verdient, aber nicht wie man lebt. Wir haben dem leben Jahre hinzugefügt, aber können wir den Jahren auch Leben geben?

Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr zu der Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns gefüllt. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile. Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas darzustellen als zu sein. Jeder hat die Wahl etwas daran zu änderen, oder das Gelesene ganz schnell zu vergessen.

TV

Was wundert ihr euch so? Ist doch völlig klar das es so kommen musste. Sendet doch noch mehr Sendungen wie Jersey Shore, Geordie Shore, DSDS, Dumm und Dümmer Berlin usw. Genau in solchen Volksverdummenden Serien, wird den Jungen eine Realität vorgegaukelt, die es EINFACH NICHT GIBT ! "Jeder kann ein Star sein" "Das Leben ist Party" ... Eltern die völlig überfordert sind und ihre Kinder die nichts anderes im Kopf haben, als "in" zu sein und grosse Aufmerksamkeit zu erlangen, wie peinlich auch immer. Die Eltern müssen wieder vermitteln , dass das Leben nun mal kein Zuckerschlecken ist!

Strenger Kodex unter Jugendlichen

Unter Jugendlichen sowie Kindern herrscht in Gruppen zumindest ein strenger Kodex in Sachen Verhalten und wie man zu sein hat. Wer diesen nicht erfüllen kann, muss oft schlimmste Demütigungen erfahren in Sachen Mobbing. Ich hatte als Kind juvenile Arthritis und wurde deswegen pausenlos in der Schule fertiggemacht. Wegen meiner etwas festeren Statur bezeichneten mich die Schüler und Lehrer als faule Fettsau und dergleichen. Trotz schlimmster Schmerzen wurde ich als Simulant bezeichnet. Die Schule war für mich ein Horrortrip. Jetzt stehe ich da mit einer ruinierter Gesundheit und kaputter Sehle

Umfeld

Ich habe selber eine Kollegin die etwas jünger ist als ich, gerade 18 Jahre alt. Ich sehe vorallem wie das Selbstvertrauen systematisch untergraben wird und sie dadurch das Gefühl hat es ist was nicht in Ordnung, obwohl sie mit sich einigermassen zufriden ist! (Ausssehen, Noten, usw) Leider muss ich aber sagen auch hier fängt das Problem zu Hause an, da man dort das Gefühl hat das Kind muss den eigenen Idealen entsprechen; und Sie möchte guten Herzens diesen entsprechen! Ich denke, egal wie schlimm die Schule ist, wenn ein Kind ein "zu Hause" hat, kann es den Rest gut meistern!

Eigene Erfahrung

Es geht zum Teil nicht mal um den Druck der von der Gesellschaft ausgeht. Ich zum Beispiel hatte nie Probleme in der Schule, hatte bis ins 4te Gymi locker einen Schnitt von über 5 und ich war zufrieden. Ich war zwar sozial nicht die Rakete aber es war mir egal. Nun bin ich 16, besuche die 5te Oberstufe und es geht alles den Bach runter. Ich habe mich verändert und plötzlich war meine Prioritätenliste komplett anders. Ich stehe im Konflikt mit mir selbst. Ich bin unzufrieden mit meinen jetzigen schulischen Leistungen und setzte mir selber zu hohen Druck, an dem ich zerbreche.

Dienstag, 4. Juni 2013

Die heutige Jugend

Vorab eine Feststellung:

Es gibt sie nicht, die typischen Jugendlichen von heute.

Verglichen mit früheren ist die heutige Jugendgeneration schwieriger zu beschreiben. Eltern
haben unterschiedliche Erziehungsstile.

Die Peer Groups – verschiedenste Jugendgruppen, in denen sich die Heranwachsenden
bewegen sind kleine Welten für sich.

Wohnorte spielen eine Rolle, Schullaufbahnen ebenfalls. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten.
Es gibt ähnliche, einer bestimmten Zeit zugehörige Eindrücke und Erfahrungen, so etwas wie einen Zeitgeist, der durch die jeweilige politische, wirtschaftliche und kulturelle Situation geprägt ist und damit die Jugendlichen verschiedener Generationen voneinander unterscheidet.

Unterschiedliche Familienformen

Welches sind also die prägenden Ereignisse und Neuerungen, die das Aufwachsen der
heutigen Jugendlichen beeinflusst haben?

Den meisten Familien geht es wirtschaftlich gut, auch wenn (relative) Armut noch
nicht überwunden ist. Im Laufe der letzten 15 Jahre haben Trennungen und Scheidungen weiter zugenommen.

Viele Jugendliche sind somit entweder selber von der Trennung ihrer Eltern betroffen, oder sie werden im Freundes - und Kollegenkreis damit konfrontiert. Heute werden mehr als zwölf Prozent der Familien von einem Elternteil allein geführt. Daneben gibt es zunehmend Patchwork-Familien. Auch wenn Scheidungskinder weniger stigmatisiert sind als früher, lasten die Konflikte der Eltern und oft auch die negativen finanziellen Folgen einer Trennung auf ihnen.

Dennoch müssen schwierige familiäre Situationen nicht zwingend zu einer Hypothek
für die Zukunft der jungen Menschen werden. Der grösste Teil der Jugendlichen wächst
heute als Einzelkind oder mit einem, seltener mit zwei Geschwistern auf. Ihre Mütter
gehen, meistens teilzeitlich, einer bezahlten Arbeit nach. Schon 1990 waren knapp 60
Prozent der Frauen berufstätig, 2006 über 70 Prozent. Ihre Kinder werden von Grosseltern,
Tagesmüttern oder in Tagesstätten betreut, was soziale Erfahrungen ausserhalb der Kleinfamilie ermöglicht.

Kurz: die klassische Familie ist mehr und mehr am Verschwinden.

Gspänli aus vielen Ländern

Ein prägendes Merkmal besteht darin, dass heute praktisch alle Heranwachsenden mit Gspänli gross werden, die als Kind oder deren Eltern in die Schweiz eingewandert sind. Es sind Kinder unterschiedlicher Herkunft, aus Deutschland, Italien, Spanien, Portugal, dem ehemaligen Yugoslawien, Sri Lanka etc. Je nach Familie, Schule, Wohnort und persönlichen Erfahrungen erleben die Jugendlichen das Zusammenleben mit Zugewanderten als völlig normal, vielleicht sogar als interessant und bereichernd, oder aber als konfliktbeladen.
Kinder werden auch durch politische Ereignisse geprägt. Europa hat sich in den letzten
20 Jahren stark verändert. Für heutige Jugendliche sind nicht nur der Ungaren- Aufstand und der Prager Frühling, sondern auch der Berliner Mauerfall, Gorbatschow und Jelzin Geschichte, Ereignisse in grauer, weil nicht selbst (bewusst) erlebter Vorzeit.

Sie haben den Kalten Krieg und die damit einhergehende Bedrohung nicht erlebt.
Dennoch sahen sie im Übermass Bilder von Kriegsgeschehen in Südosteuropa, Afrika,
Irak – und erlebten als Folge auch die Einwanderung von Asylsuchenden und Flüchtlingen.
Auch Klimaerwärmung und Umweltprobleme prägen die Wahrnehmung der Jugendlichen und schärfen hoffentlich ihren Blick für den Widerspruch zwischen Verhalten und Rhetorik.

Handy-Generation

Eine der deutlichsten Veränderungen ist die Informations- und Kommunikationstechnologie,
die den Alltag der heutigen Jugendlichen prägt. Die häufigsten Freizeitbeschäftigungen
von 12- bis 19-Jährigen sind nach eigenen Angaben Musik hören, das Handy nutzen oder Fernsehen.

Erst danach folgen:

Freunde treffen, ins Kino gehen, Sport treiben und faulenzen. Handy, MP3-Player und
PC gehören heute so selbstverständlich zur Grundausrüstung von Jugendlichen, ja von
Kindern, wie man es sich noch vor kurzem nie hätte vorstellen können.

Was bedeutet das für mich?

Ich muss heute als Lehrmeister versuchen, auf die Jugendlichen zuzugehen, sie lernen zu verstehen und selbstverständlich auch Lust auf Neues zu haben. In manchen Sachen kann ich viel von ihnen profitieren und lernen. Die Jugendlichen, die ich und mein Team ausbilden, wollen geordnete Strukturen und eine gute und konsequente Führung, welche sie oft zu Hause bei den Eltern nicht mehr bekommen.
Wir müssen lernen aufeinander zuzugehen, einander zu akzeptieren und respektieren. 
Auch wir von der älteren Generation müssen bereit sein, dazu zu lernen und neue Wege bereit sein, zu gehen. Ist mann für dieses Experiment bereit, stellt sich der Respekt bei den Jugendlichen automatisch ein. 

Fazit:

Die VP Bank ist ein sehr kompetenter Arbeitgeber, welcher Lehrlingen viele Perspektiven für die Zukunft bieten kann. Ich bin sehr glücklich, dass ich bei dieser Bank die IT Lernenden betreuen darf. Es ist ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Erlebnis, mit jungen Leuten zusammen zu arbeiten und sie durch ihre Ausbildung zu begleiten. Ich habe bisher sehr viele positive Aspekte erlebt. Einer dieser Aspekte ist die abwechslungsreiche Arbeit und die vielen neuen Herausforderungen mit der sogenannten heutigen Jugend. Die Lernenden haben die Möglichkeit, in einem festgelegtem Turnus von einem Team ins nächste zu wechseln. Selbstverständlich hat bei uns auch jedes Team unterschiedliche Anforderungen und sind dem Lehrplan der Berufs Schule stets angepasst.

Sollte dieses Land, einst gerühmt für seine Ingenieurkunst, seinen Erfindergeist und Zuverlässigkeit verlieren, so liegt das jedenfalls gewiss nicht an seiner "Vergreisung", wie man uns gern erzählt. Sondern am kleinmütigen Umgang mit dem, was eine wirtschaftlich starke Nation ausmacht: mit der Leistungslust (vieler, nicht aller) seiner Bürger. Ich jedenfalls baue auf usere Jugend, denn sie sind unsere Zukunft. Das einzige was wir dazu tun müssen, ist Verantwortung auf sie zu übertragen.

Montag, 3. Juni 2013

Auf in den Befreiungskampf!


Generation Maybe hat sich im Entweder- Oder verrannt

Die heutigen 20 bis 30 Jährigen wurden meiner Meinung nach eine Generation ohne Eigenschaften. Gut ausgebildet, aber ohne Plan, ohne Mut, ohne Biss. Weil alles möglich ist, sind alle heillos überfordert. Wir haben Ihnen sämtliche Steine aus dem Weg geräumt und wollten für sie nur das Beste und haben dafür ihnen die eigene Kreativität und Kindheit geraubt. Das die heutige Jugend schlechter sei, ist völliger Unsinn. Die heutige Jugend wiederspiegelt nur unsere Gesellschaft.
Sie sind mediale Zeugen von "9/11", Irak- und Afghanistan-Krieg und sind durch den Anblick hilfloser Eisbären auf treibenden Schollen für die globale Erderwärmung sensibilisiert. Wir kennen Smartphones, Megapixel, Nanosekunden und Terabytes. Es sind der Möglichkeiten zu viele, so scheint es. Haben sie vergessen, wie man Entscheidungen trifft? Haben sie und wir es in unserer Unentschlossenheit bequem gemacht? Ja, in der Tat, das haben wir und nun suchen wir die Schuld bei den anderen, in dem wir alle Verantwortung und Erziehung unserer Kids von uns weisen.

Eine Zeit ohne Vorbilder, die überfordert

Die Überforderung wird zu groß. Heute heisst das Burn-out. Sie wandeln in einer Zeit ohne Vorbilder, ohne Ideale. Einer Zeit, in der Selbstverwirklichung nicht mehr so funktioniert, wie man sich das einmal erhofft hatte. Heute ist es nur noch die auf Leistung getrimmte Gesellschaft, mit der die jungen Menschen nicht mehr zurecht kommen. Eine Zeit, in der alles möglich ist, aber die Jugendlichen hilflos überfordert. Die Angst vor Veränderung lähmt sie einst wie jetzt.
Generation ohne Eigenschaften heißt aber nicht, dass diese Generation über keine Fähigkeiten verfügt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es handelt sich um hochgebildete, mit akademischen Graden ausgestattete junge Menschen, die mehrere Fremdsprachen sprechen.
Aber was wollen sie erreichen? Jede Generation vor uns wollte die Welt verändern. Was aber wollen sie? Die Nachkriegsgeneration baute das Land wieder auf und wollte einen demokratischen Rechtsstaat etablieren. Die 68er wollten freie Liebe und lehnten sich gegen die traditionelle und spiessige Elterngeneration auf. In den späten 70er- und frühen 80er-Jahren ging man aus pazifistischer Überzeugung auf die Straße, um den Nato-Doppelbeschluss zu verhindern oder gegen die Atomkraft zu demonstrieren.

Eine Generation ohne Eigenschaften?

Bei jeder weiteren Generation wird es schwieriger werden, ihr ein Etikett aufzukleben. Das kann von Vorteil sein, muss es aber nicht. Unsere Generation ist zerfasert, von einem übergroßen Individualgedanken ergriffen, der uns vereinzelt durch die Gegend irren lässt. Und doch ist das noch immer besser als jede Form von kollektivistischer Vergesellschaftung.
Doch was definiert sie außer diesem Individualitätszwang? Sind sie die "Generation Internet", die sich für Recht und Freiheit in der digitalen Welt einsetzen soll? Oder die Generation, die jeder Form von Parteiendemokratie misstraut? Die Generation, die nur auf Spaß und Erlebnis bedacht ist? Die Verantwortungsverweigerer, die, weil sie schon mit sich selbst nicht klarkommen, sich nicht auch noch um anderes kümmern können?
Wogegen lehnen sie sich auf? Gegen Traditionen, gegen Progressivität, gegen einen Werteverfall? Oder wollen sie alles zugleich? Den perfekten Körper und trotzdem Genussmensch bleiben. Eine eigene Familie, aber nur mit den Vorzügen der Freiheit des Single-Daseins. Ökologisches Bewusstsein, aber trotzdem einen fetten Stromverbrauch. Einen sicheren Job, aber keine 42-Stunden-Woche. Sind sie unsicher oder haben sie Angst. Sie treten auf der Stelle und werfen sich in eine selbst verschuldete Unmündigkeit. Nicht mehr so sehr der Wille zur Entfaltung ist größer, sondern der zur Festanstellung.

Tiefe Unsicherheit im Umgang mit Themen

Was früher der Inbegriff von Biederkeit war, gilt mittlerweile wieder als erstrebenswert. Bei Licht betrachtet kommt eine Generation zum Vorschein, die sich lieber für spießige Fernsehserien wie "Desperate Housewives" oder "How I Met Your Mother" interessiert als für eigene Ideen.
Statt an der eigenen Verwirklichung zu basteln, schnorrt man die Eltern um einen Zuschuss für die nächste USA-Reise an, um sich ja nicht den Unwägbarkeiten des Lebens stellen zu müssen. Man will nicht mehr erwachsen werden oder es zumindest so lange hinauszögern wie möglich.
Auf die Eigenschaftslosen trifft man überall. In der Politik und im Beruf. Mit Sachfragen konfrontiert, lautet die Standardantwort: Keine Ahnung. Das ist ehrlich, offenbart aber eine tiefe Unsicherheit im Umgang mit Themen unserer Zeit.

Modernes "Entweder oder!"

Eine Umfrage hat vor Kurzem ergeben, dass jeder Fünfte unter 30 Auschwitz nicht kennt. Man darf vermuten, dass es sich dabei nicht nur um Bildungsverlierer handelt. Aber nicht nur ein scharfes Bewusstsein, auch der Mut scheint auf der Strecke zu bleiben. Weder im Beruf (Irgendwas mit Medien) noch im Privaten (Irgendwann möchten wir auch Kinder haben) wollen wir uns festnageln lassen. Sie wollen nicht planen, sondern in den Tag hinein leben. Den Eigenschaftslosen fehlt der Kompass.
Sie schlafwandeln durch eine vernetzte Welt voller Möglichkeiten und fühlen sich verunsichert angesichts der Fülle von Optionen. Sie wollen Lebenskünstler sein und denken wie Beamte. Sie verwalten das Erbe unserer Eltern und Großeltern. Ein postmodernes "Entweder oder!" hat sie überrumpelt, und jetzt wissen sie nicht mehr weiter. Sie haben sich in eine Mentalität des Entweder-oder verrannt, die ihnen zum Verhängnis wurde. Sie wollen überall dabei sein und nichts verpassen. Ein Irrweg. Der Mut zur Entscheidung ist wieder gefragt. Auch wenn das manchmal unangenehm ist.

Die heutige Jugend ist überbehütet

Das unterscheidet heute von damals. Die objektiven Verhältnisse sind es jedenfalls nicht, die es so furchtbar schwer machten für die Jugend (jung ist man heute auch noch mit dreißig). Im Gegenteil: Händeringend wird um sie geworben, ein paar Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit und die Beherrschung der Sprache in Wort und Schrift vorausgesetzt. Es sind vielmehr die vorauseilend Verständigen, deren Schönstes zu sein scheint, sich über ständig überforderte und vom Burn-out bedrohte junge Menschen zu beugen und die harten Zeiten zu beklagen, als ob sie einmal bessere gekannt hätten.
Dem folgenlosen Verständnis der einen entspricht die Panik der anderen, der Tigermütter und Sportväter, die schon in der Krabbelstube die Weichen für künftige "Leistungsträger" stellen wollen. In beiden Fällen hat das Objekt der Fürsorge keine Chance, sich aus eigenem Antrieb den Herausforderungen des Lebens zu stellen und endlich Subjekt zu werden: Subjekt des eigenen Erfolgs und des eigenen Scheiterns.
Wenn nun die 30-Jährigen die Generationsschubladen öffnen, um zu schauen, wer hineinpasst, wäre es nur fair, wenn das auch die Älteren und Eltern täten. Sicher, da gibt es wie eh und je die Generation Aufstieg und Drill. Aber wenn es nach öffentlicher Präsenz geht, ist die "Generation Überbehütet" eindeutig in der Übermacht. Die Überbehütenden schützen ihren so selten gewordenen Nachwuchs vor allen Fährnissen des Lebens, halten den Sohn nicht für faul, sondern für hochbegabt und bezahlen tapfer Nachhilfe.


Etikettierung hin oder her: Die heutige Jugend muss nicht gegen das System kämpfen, sondern für die eigene Freiheit. Damit wäre meiner Meinung nach schon viel gewonnen.

Die Generation Praktikum ist ein Gerücht

Sie glauben fest an das Gerücht von der "Generation Praktikum", finanzieren der Tochter geduldig ein Exotenstudium und zur Not auch noch eins, geben Starthilfen für fantasievolle Projekte, hüten die Enkel und unterstützen ihren Nachwuchs finanziell selbst dann noch, wenn der längst über 40 ist. Auf den aber wartet spätestens beim Abgang der Eltern eine eher unangenehme Erkenntnis, das Leben nicht aus eigener Kraft gemeistert zu haben.
Wer sich weder Erfolg noch Misserfolg zurechnen kann, sucht die Schuld bei anderen, am besten bei denen da oben. Beim Kapitalismus, beim Markt, bei den Verhältnissen. Anleitung liefert der Zeitgeist, gedruckt oder gesendet. Wer hilft? Der Staat. Und so breitet sich der im System des Wohlfahrtsstaats angelegte Paternalismus unaufhaltsam aus, der seine Klientel hörig macht. Wie treibt man den Menschen ihre Lust an der eigenen Leistung aus? Meiner Meinung nach genau so, indem man sie davor schützt und indem man ihnen die Belohnung dafür verwehrt. Die Freude, mit der hierzulande über "Leistung" hergefallen wird, und der Eifer, mit dem man "den Reichen" nehmen will (reich ist man schon bei mäßigem Wohlstand), schreckt alle ab, die noch ein bisschen geliebt werden wollen. Dem Schluffi, der zur verstimmten Gitarre traurige Lieder singt, gelingt das im Handumdrehen. Auch wenn's nicht gerade sexy ist.

Leistung muss sich wieder lohnen

Sollte dieses Land, einst gerühmt für seine Ingenieurkunst, seinen Erfindergeist verlieren, so liegt das jedenfalls gewiss nicht an seiner Vergreisung, wie man uns gern erzählt. Sondern am kleinmütigen Umgang mit dem, was eine wirtschaftlich starke Nation ausmacht: mit der Leistungslust (vieler, nicht aller) seiner Bürger.
Die amerikanische Ökonomin Deirdre McCloskey argumentiert, dass der wachsende Wohlstand, der heute mehr und mehr Menschen erreicht hat, weniger dem Handel oder dem Kapitalismus oder der Ausbeutung geschuldet sei, sondern Ideen. Erst Ehre (im Sinne von Ruhm und Lob) habe des Bürgers Erfindungsgeist geweckt. Davon haben wir hierzulande zu wenig: zu wenig Ruhm und zu wenig Lob.
Das seien bloß äußerliche Anreize, hat der Protestantismus einst verkündet, das Streben des Menschen müsse aus seinem Inneren kommen und keine Belohnung erwarten. Seither hilft die beständig geforderte Wertediskussion, der Frage auszuweichen, ob ein Mensch Erfolg haben und sich darüber auch freuen soll. Oder ob er sich privilegiert und beschämt fühlen und ablassbereit zeigen muss, weil andere weniger Glück haben.

Sind wir auf dem Weg in eine „paternalistische“ Gesellschaft?

Und wie wäre es eigentlich, wenn er sich, ist er von der ganzen Freiheit einmal wirklich überfordert, ganz wertfrei einfach nur auf das stützen dürfte, was Menschen erfunden haben, um sich Halt zu geben, auf Institutionen und Regeln? Das sind die für mich die Pfeiler der Freiheit, von denen man ungern redet, weil ja Werte so viel edler klingt.
Wer das, was er erarbeitet hat, nicht besitzen kann (sondern der Familie, der Gesellschaft, dem Staat abtreten muss), wird in seinem Eifer erlahmen. Paternalistische Gesellschaften sind von diesem Zuschnitt. Wir befinden uns auf dem Weg dahin. Daran sind die Jüngeren gewiss nicht schuld.
Also auf in den Befreiungskampf, Generation Maybe, das käme auch unsereins entgegen: Sagt dem Paternalismus den Kampf an. Macht was aus eurer Freiheit. Verändert die Welt. Andererseits: warum gleich die Welt? Warum sollte nicht ein anständiges Leben reichen, in dem man seinen Fähigkeiten freie Bahn lässt, niemandem auf der Tasche liegt und keinem auf die Nerven geht?
„Paternalismus: "Herrschaftsform in nicht-familialen Bereichen, in denen die Führung aufgrund väterlicher Autorität beansprucht wird. Entstammt der familialen Ordnung der vorindustriellen Gesellschaft. Übertragen auf moderne Organisationen, widerspricht der Paternalismus demokratischen Strukturen. Der Paternalismus betont besonders die Fürsorgepflicht und sieht eine Beteiligung der Untergebenen an Entscheidungen prinzipiell nicht vor.


Etikettierung hin oder her: Die heutige Jugend muss nicht gegen das System kämpfen, sondern für die eigene Freiheit. Die Eltern müssen die Erziehung ihrer Sprösslinge wieder selbst in die Hand nehmen.
Also weg mit den teuren Kitas und übernehmt gefälligst wieder selbst Verantwortung.


Damit wäre meiner Meinung nach schon viel gewonnen.






Lehrlingsbetreuung

Die Betreuung und Rekrutierung der Informatiker Lehrlingen bei der VP Bank ist seit zwei Jahren ein Teil meiner täglichen Arbeit.

Dabei habe ich viele Eindrücke und die Problematik bei deren Rekrutierung und Ausbildung bekommen. Ich habe mich deshalb intesiv in meiner Tätigkeit als Ausbildner über das Verhalten und den Stellenwert unserer Jugendlichen in der heutigen Gesellschaft befasst und diverse Seminare besucht. Ich habe mich mit den Jugendlichen und deren Ausbildnern über Bewerbungen, sowie Zukunft unterhalten und konnte die Problematik auf beiden Seiten kennen lernen.

Aufwand für Rekrutierung steigt

Damit wir unsere Lehrstellen besetzen können, muss ich mich unter anderem auf den frühzeitigen Kontakt mit den Jugendlichen konzentrieren. Für Schulen müssen wir Betriebsbesichtigungen und Einblicke in die verschiedenen Berufe anbieten und für Eltern einen Informationsabend. Jugendliche haben auch jederzeit die Möglichkeit, eine 2 Tägige Schnupperlehre bei uns zu absolvieren. Diese ist für den Selektionsprozess massgebend und benötigt immer mehr Aufwand. Dieser Prozess ist in der VP Bank zum grossen Teil Realität und wird stets den gegebenen Bedingungen angepassst.

Was bringt die Zukunft?

In Zukunft wird der Aufwand für die Rekrutierung geeigneter Lehrlinge allgemein ansteigen. Nach einer ersten Selektion der Dossiers und einem Interview führen wir eine Art Mini-Qualifikation mit den Lehrlingen durch. Das führt zwar zu einem hohen Initialaufwand, dafür hatten wir bis jetzt noch keinen Abbruch der Lehre. Der Aufwand jedoch ist nötig, weil die Qualität der Bewerbungen häufig schlecht ist und weil sich viele Jugendliche melden, die sich für den Beruf nicht eignen und die Voraussetzungen gar nicht erfüllen können.

Wo sind die Lehrstellen?

Mädchen finden, der Informatiker-Beruf sei ein Bürojob, Jungen haben eher ein Technik-Image präsent. Nur 13 Prozent der Befragten denken bei der Informatik an einen innovativen, kreativen und kommunikativen Beruf. Drei Monate nach Lehrbeginn hat sich für die meisten Lernenden (58%) das Image positiv verändert, für 37 Prozent ist es gleich geblieben und für 5 Prozent hat sich das Bild verschlechtert.
Für die Branche dürfte die Herausforderung vor allem darin liegen, den Informatikberuf für Mädchen attraktiver zu machen. Denn Frauen in der Informatik sind immer noch selten. Überhaupt müssten aber mehr Lehrstellen geschaffen werden. Fast die Hälfte der Befragten hat die Lehrstellensuche als mittel- bis sehr schwierig empfunden. Ein Drittel der Jugendlichen mussten mehr als zehn Bewerbungen schreiben, um zu einer Lehrstelle zu kommen.

Die heutige Rekrutierung läuft leider so ab

Banken ködern gute Schüler immer früher.
Sie schliessen Lehrverträge immer öfter bereits in den ersten Tagen des letzten Schuljahres ab. Die künftigen Lehrlinge haben somit viel zu wenig Zeit, sich zu bewerben. Bewerbungen sind auch nicht mehr kreativ genug, um sich ein Bild des Jugendlichen zu machen (Standard Formulare der Schulen).
Bis vor kurzem galt unter Firmen in der Region Graubünden ein "Gentlemans Agreement", das heistt, Lehrstellen nicht vor dem 1. November im Vorjahr zu vergeben. Leider habe ich am eigenen Leib erfahren müssen, dass vor allem die Grossbanken immer früher die besten Schüler an sich binden. Diese frühe Berufswahl überfordere viele 14 Jährige.

Ich habe mir folgende Frage gestellt


Wie kann man das verhindern?
Bereits 2005 wurde in der Zentralschweiz das Projekt «Fairplay» lanciert. Teilnehmende Betriebe verpflichteten sich, frühestens im neunten Schuljahr mit der Lehrlingsauswahl zu beginnen und den Jugendlichen eine Bedenkzeit einzuräumen. Das Projekt scheiterte jedoch, weil sich nicht alle Betriebe daran hielten.
Bei meiner Ausbildung als Lehrmeister wurden mir folgende Versprechungen gemacht. Die Kantone werden keine Lehrverträge vor dem 1. September des neunten Schuljahrs genehmigen. Doch Betrieb und Schüler können natürlich schon vorher Vereinbarungen treffen. Die Lehrverträge wären ja im Obligationenrecht geregelt, aber der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ist staatlich nicht steuer oder überprüfbar. Mit der Genehmigung der Lehrverträge können die Kantone den Prozess beeinflussen, aber nicht kontrollieren. Der Bundesrat erachtet es nicht als seine Aufgabe, staatliche Massnahmen zu prüfen, allenfalls auszuarbeiten und dadurch den Handlungsspielraum der Lehrbetriebe einzuschränken.
Zusätzliche staatliche Regulierungen für die Lehrbetriebe schaffen administrative Hürden und beeinflussen die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe negativ. Das ist leider im Fürstentum Liechtenstein genau so.
Während die guten Schüler bereits früh unter Vertrag genommen werden, haben Jugendliche mit schulischen Defiziten nach wie vor Mühe, einen Ausbildungsplatz zu finden, obwohl Tausende von Lehrstellen offen bleiben.
Doch genau das steigert den Druck auf Jugendliche, die keine Lehrstelle gefunden haben, obwohl sie ja noch genügend Zeit hätten. Aus Angst nehmen dann viele das erstbeste Angebot an und merken leider zu spät, dass die Stelle nichts für sie ist. Das führt zu Lehrabbrüchen und unzufriedenen Betrieben.

Eine schnelle und gerechte Lösung wird es leider auch in Zukunft nicht geben.

Die Unternehmen locken die besten Schüler schon im Sommer mit einem Lehrstellenvertrag und bringen so andere Firmen in Zugzwang. Das heisst für mich, das die VP Bank ebenfalls gefordert ist, unsere Lehrlinge so früh wie möglich auf unsere Bank zu lenken.